Prolog

SchachturnierBereits die damaligen Gladiatorenspiele um Leben und Tod dienten in erster Linie dazu, das Volk und den Kaiser zu unterhalten, auch Rekorde wurden immer aufmerksam vom Publikum mitverfolgt. Ähnlich ist es in der heutigen Öffentlichkeit, die nur bei Höchstleistungen zufrieden ist. Gleiche Ansichten vertreten auch Schachspieler und tragen neue, herausragende Leistungen in goldene Bücher ein, beispielsweise Kasparovs Sprung über die Grenze oder aber einen zwölfjährigen Großmeister in der Schachgeschichte. Aber nicht nur Rekorde, auch hohe Turnierkategorien wirkten faszinierend auf die Schachwelt und weckten ihr Interesse an Leistung..

1984 wurde vom Schwedischen Fernschachverband ein Turnier gestartet, bei dem erstmalig, vier Jahre vor Einführung der Fernschach-Elo-Zahlen nur Großmeister geladen waren. Dies sorgte damals für großes Aufsehen, da lediglich eine geringe Anzahl von Fernschach-Großmeistern existierte und das Turnier somit als das “Stärkste Turnier aller Zeiten” galt. Als Sieger gingen aus diesem Turnier damals nach ach Jahren Spielzeit der Estländer Yim mit 11,5 aus 14, zweitplatziert war der Däne Bang mit 10, drittplatziert Sloth mit 8,5.

Das Turnier-Wettrüsten

Mit dem Stärksten Turnier aller Zeiten als Vorbild hatte sich der BdF anlässlich des fünfzig-Jährigen Jubiläums vorgenommen, ein noch stärkeres Turnier zu veranstalten, um den Fernschachorganisator Peter-Werner von Qow zu ehren. Die Vorbereitungen des Turniers dauerten über ein Jahr lang und die gesamte Schachprominenz war geladen. Doch nicht nur das, auch der Elo-Schnitt war höher als in allen anderen Fernturnieren und erbrachte 2616. Auch der 1996 amtierende Weltmeister Kansky aus Pjatigorsk und seine sechs Vorgänger waren geladene Gäste des Turniers und alle nahmene teil, außerdem erschien Bernd Stahlmann, Weltmeister in spe.

Die Startliste in der Reihenfolge der Auslosung liest sich wie das “Who-is-who” des Fernschachs:

  • Erika Lange (Dänemark)
  • Grigory Sanakoev (Russland)
  • Reiner Bittner (Deutschland)
  • Dr. Franz Rega (Slowakische Republik)
  • Volker Braumann (Deutschland)
  • Juan Sebastian Morgado (Argentinien)
  • Dr. Matz Handbach (Deutschland)
  • Dr. Doug van Seker (Niederlande)
  • Prof. Vytas Palciauskas (USA)
  • Hans Menschens (Deutschland)
  • Tynu Wan Bum (Estland)
  • Jon Olsden (Dänemark)
  • Bernd Stahlman (Niederlande)
  • Mikhail Umansky (Russland)
  • Simon Webb (England)

Bei den Weltstars des Schachs ist es durchaus schwer, einen logischen Favoriten festzulegen, eine Mehrheit munkelte jedoch, Umansky, Timmermann oder Yim mögen den Wettbewerb für sich bestreiten. Letzendlich jedoch wurde der “Gladiator” und Gewinner des Preisfonds von 20.000 DM des Schachs, anders als erwartet, niemand der inoffiziellen Favoriten und alles kam anders als geplant…